Wu Wei Zi - eine besonders vielfältige chinesische Heilpflanze
Schisandra Chinensis ist der lateinische Name für die chinesische Heilpflanze Wu Wei Zi, was soviel wie Fünf-Geschmacks-Frucht bedeutet. Wie der Name sagt vertreten die roten Beerenfrüchte der Pflanze die fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig und scharf. Damit wird in der traditionellen chinesischen Medizin die Pflanze als Repräsentat der fünf Elenemte Holz, Feuer, Wasser, Metall und Erde interpretiert. Durch dieses Auftreten der fünf Wandlungsphasen wird Wu Wei Zi als besonders harmonisches und vielseitig einsetzbares Gewächs gewürdigt.
Das Erscheinungsbild der holzigen, bis zu 8 Metern hohe Kletterpflanze wird vor allem durch die roten, in Trauben angeordneten Früchte geprägt. Zieht man die Pflanze in europäischen Gefilden kann man im ersten Jahr noch nicht mit einer Ernte rechnen. Erst ab dem zweiten Jahr trägt die Schisandra Chinensis zunächst weißlich-rosa Blüten, die einen aromatischen Duft verströmen und anschließend die begehrten Beeren. In China werden diese seit über 2000 Jahren vor allem als Bestandteil von Aufbau- und Stärkungsmitteln medizinisch eingesetzt. Wissenschaftlich belegt ist hierbei der pflanzliche Wirkstoff Ligane. In Kombination mit Yohimbe und Ginkgo soll die Beere auch zu Steigerung der Libido bei Mann und Frau Wirkung zeigen. Neben Steigerung der Vitalität hat die Frucht aber auch beruhigende Wirkungseigenschaften, womit sie auch bei Depressionen, Reizbarkeit, Vergesslichkeit und Schlafproblemen helfen soll. Allerdings gibt es für die TCM-Indikation (Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwäche und Qi-Steigerung) keine wissenschaftlichen Belege.
Neben dem Nordosten Chinas, gilt auch Korea und Japan als Anbaugebiet der Schisandra. Der medizinische Nutzen wird in diesen Gebieten geschätzt, wohingegen die Beere ab 1860 überhaupt erst den europäischen Markt erreicht. Mitte des 20. Jahunderts wurde Schisandra auch verstärkt in Russland angewandt und ist heute vor allen in den USA unter den Namen Northern magnoliavine fruit und auch vermehrt in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel populär. So enthält die Frucht reichlich Vitamin C und E und wird in Nahrungergänzungsmitteln vermarktet. Ist man im Besitz einer eigenen Pflanze mit frischen Beeren, lässt sich auch Marmelade oder Tee mit ähnlichen Wirkungseffekten herstellen. Neben der Frucht der Schisandra chinensis wird auch das Öl therapeutisch, zum Beispiel im Rahmen einer Akkupunkturbehandlung begleitend eingesetzt. Viele Effekte der Schisandra werden als unsicher eingestuft. Dazu gehört die mögliche Verhinderung von Infarkten, wie sie allerdings in Tierversuchen schon erfolgreich war, oder die eventuelle Hemmung des Alterungsprozesses von Nervenzellenkulturen, die durch die antioxidative Wirkung der Pflanze zu Stande kommen könnte. Sicher scheint, dass die Frucht sehr gut verträglich ist, allerdings fehlen umfangreiche systematische Erfassungen von Wirkungserscheinungen. Das im Internet doch relativ starke Angebot von Kapseln oder Pulver des Wu Wei Zi und die vermehrte Diskussion über diese allein geschmacklich vielfältige Pflanze zeigt trotzdem ein verstärktes Interesse an der in China bewährten Heilpflanze. Im deutschen Raum ist sie auch unter dem Namen Chinesisches Spaltkölbchen, Chinesischer Limonenbaum (da der säuerliche Geschmack überwiegen soll) oder Chinabeere bekannt.
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